Reise nach Kiraule im März 2016

Nach einem Treffen mit dem verantwortlichen Projektleiter Mr. Narayan Dhakal von unserer Partnerorganisation Ecohimal in Kathmandu, brachen Mitte März  12 Mitglieder des Vereins zu einer 2-wöchigen Trekking Tour von Nele und Sotang über Khiraule bis nach Namche Bazar auf. Dies bot die Gelegenheit, neben Khiraule ganz allgemein im Distrikt Solu Khumbu mehr über Land und Leute und ihre Lebensbedingungen ganz unmittelbar zu erfahren. Zwischen der Haupt-Trekking Route der Khumbu (Everest)-Region und den mehr entlegeneren, weniger begangenen Trekking Pfaden der Region Solu , an denen auch Khiraule liegt, konnten wir die Kontraste zwischen touristisch erschlossenen und noch ganz ursprünglich geblieben Regionen erleben.

Gerade in den abgelegeneren Region um Khiraule konnten wir allerdings auch feststellen, dass vergleichsweise wenig internationale und nationale Hilfe ankommt. Sichtbar war zudem in beiden Regionen, dass, obwohl es sich noch um die Hauptreisezeit handelt, im Vergleich zu anderen Jahren sehr wenig Touristen unterwegs sind und viele Lodges und Teehäuser geschlossen bleiben. In Khiraule und den umliegenden Dörfern konnten wir die im vergangenen Jahr gelieferten Wellbleche jetzt in leuchtendem Blau auf vielen Dächern sehen. Auch soweit die Wellbleche zunächst zur Stabilisierung von Notunterkünften verwendet worden waren, werden sie jetzt als Dach auf wieder in Stand gesetzten Häusern verwendet.

 

Besonders fasziniert waren wir dort von den Tempelritualen, die zum einen aus dem Lesen alter Gebetstexte der Mönche bestanden und bisweilen von kräftigen Trommel- und Beckenschlägen, sowie lauten Tönen aus Blasinstrumenten begleitet wurden. Eingebettet darin – veranlasst von Namgel Sherpa - das Gedenken der Familie Sherpa Schulze für die verstorbene Tochter in Deutschland Nimi- Aline Schulze und Bruder Chhimi- Dawa Sherpa durch eine sehr eindrucksvolle buddhistische Totenzeremonie.

 

Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Khiraule durften wir auch noch die Fähigkeit der Menschen zu ausgelassenem Feiern erleben, was durch den im Dorf eigens gegründeten „Himalaya Sherpa Youth Club“ organisiert war. Die Voraussetzungen für den Wiederaufbau vor allem mit viel eigener Leistung der Bewohner sind bereits dadurch gestärkt, dass unsere Partnerorganisation in Kathmandu in Absprache mit uns, vier junge Männer im Bereich des Mauerer- und Schreinerhandwerks sowie als Rohrleger ausgebildet hat, die ihre neu erworbenen Techniken und Fähigkeiten nicht nur beim Wiederaufbau in Khiraule einsetzen sondern ihrerseits auch an andere weitergeben.

 

Nach diesem persönlichen Einblick in diesem ungewöhnlichen Land und in das Leben seiner Menschen in der Solu Khumbu Region sind wir davon überzeugt, dass die enge Zusammenarbeit und das gegenseitige Verstehen zugleich eine Bereicherung für alle Beteiligten in Deutschland und Nepal darstellt. Die freundliche, sehr verlässliche und hervorragend organisierte Reise unter Begleitung der Köche, Träger und Bergführer aus Khiraule und den umliegenden Dörfern haben uns auch gezeigt, wie viel Potential für eine gemeinsam angestrebte Verbesserung der Lebensverhältnisse vor Ort vorhanden ist.