Gesprächsrunde mit den Dorfbewohnern

Dabei zeigte sich über alle ethnischen und sozialen Unterschiede hinweg eine sehr große Einigkeit der Bewohner von Khiraule in Bezug auf die von ihnen als vorrangig eingestuften Hilfsprojekte und ihre eigenen Möglichkeiten, einen Beitrag zur Verbesserung ihrer Lebensumstände zu leisten. Hohe Priorität kommt danach der Rekonstruktion des Gebäudes der historischen Gebetsmühle (prayer wheel) und der Unterstützung der durch das Erdbeben notwendig gewordenen Reparaturmaßnahmen des historischen  buddhistischen Klosters zu.

 

Die Gesprächsrunde fand im Rahmen der Reise und der Trekkingtour vor Ort an einem Vormittag des 25. März 2016 statt und dauerte insgesamt rund zweieinhalb Stunden. Anwesend waren rund 35 Bewohner. Der Teilnehmerkreis bestand vorwiegend aus Männern, zum geringeren Anteil auch Frauen/Müttern.

 

Einige der Männer waren Mönche des nahegelegenen Klosters, die zum Teil mit eigenen Familien in ihren Privathäusern lebten. Auffällig war, dass alle Anwesenden rund 40 Jahre oder älter waren. Die Altersklasse der 17 bis 35-jährigen war nicht sichtbar, da diese zumeist in der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Touristensaison offensichtlich als Träger und Bergführer auf den Trekkingrouten von Solukhumbu in der Everest-Region unterwegs waren. Die zunächst anwesenden Frauen hatten sich nach rund einer Stunde entfernt, wohl um ihren Arbeiten in Haushalt und Familie nachgehen zu können.

 

Zu Beginn stellten sich alle Anwesenden kurz mit ihrem Namen und ihrer Funktion im Dorf, bzw. mit ihrem Beruf vor. Die meisten von ihnen leben von der Bewirtschaftung und Anbau in der Landwirtschaft und der Haltung von Nutztieren.

 

Alle Anwesenden nahmen auch an der Durchführung der PRA mit Narayan von Ecohimal teil und hatten durch dieses Verfahren auch eine bessere Erkenntnis und Urteilvermögen über die Situation in ihrem Dorf erhalten.

 

Allgemein wurde zum Abschluss der Gesprächsrunde von uns gut verstanden, dass die Menschen in Khiraule sich über die im Vordergrund stehenden verbesserten Grundbildungsmöglichkeiten  hinaus, eine weiterführende Schule und eine effizientere Landwirtschaft wünschen. Wenn hierdurch mehr Einkommen generiert werden könne, dann – so die Aussage von Gombu Sherpa – könne man auch aus eigenen Mitteln die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen verbessern.

 

Große Potentiale werden auch im verstärkten Kultivieren von wertvollen Kräutern gesehen. Thymian und Shirahito sind  z.B. geeignet für den Export, was zusätzlich zu dem geplanten   erweiterten Kartoffelanbau zur Einkommenssteigerung beitragen könnte. Ird aussichtsreicher, da in rund zwei Jahren ein Straßenzugang bis zum rund 2 Stunden entfernten Nachbarort Bung fertiggestellt werden wird.

 

Erkennbar für uns war, dass in dem Dorf uns gegenüber große Offenheit und Auskunftsbereitschaft gezeigt wurde und keine überzogenen Erwartungshaltung im Vordergrund stand.  Die große Lebenslust und Ausgelassenheit drückte sich auch durch eine kleine Feier aus, die anlässlich unseres Besuches am Abend stattfand.