Die Situation in Nepal im Mai 2015

Erster Bericht über die Spenden zur Nepalhilfe von Namgel Sherpa.

Wir möchten uns hiermit zunächst noch einmal über die Spenden und der damit verbundenen Anteilnahme bedanken. Wie angekündigt kommt hier zunächst eine erste Kurzinfo über die aktuelle Situation in Nepal

und die Verwendung der bisher eingegangenen Spenden.

 

Entgegen der ursprünglichen Planung bin ich bereits vorzeitig aus Nepal zurückgereist und befinde mich

zur Zeit wieder an meinem Wohnort in Bonn. Ich konnte vor Ort zunächst der Beerdigung meines Bruders Chimi beiwohnen, der bei dem ersten großen Erdbeben während seiner Tätigkeit als Bergführer am Mount Everest

tödlich verunglückt ist. Bei der anschließenden Erledigung der drängendsten amtlichen Angelegenheiten meines verstorbenen Bruders wurde ich von einem weiteren schweren Erdbeben in Kathmandu überrascht. Als Einzelner stand ich nun inmitten einer nochmals zerstörten Umgebung, bei der sofortige Hilfeleistung mir alleine an Ort und Stelle nicht möglich war. Ein Durchkommen in mein Heimatdorf Khiraule war wegen der stark zerstörten Straßen völlig aussichtslos. Es hätte nur die Möglichkeit gegeben, mit einem Hubschrauber dort hinzufliegen - aber das wollten wir nicht und das bisher gespendete Geld war auch nicht dafür gedacht. Wir wissen aber, dass Häuser in Khiraule zerstört wurden und so gut wie alle Häuser beschädigt sind und Risse aufweisen. Sie bieten keinen oder nur noch unzureichenden Schutz für die Bewohner. Wasserleitungen, Solarpanele und auch die letzte Ernte sind ebenfalls stark beschädigt.

 

Zurzeit hat die Regierung einen Baustopp verhängt, da mit weiteren Erdbeben gerechnet werden muss. Es soll zunächst eine einheitliche Regelung für alle Baumaßnahmen erstellt werden. Wegen der Monsunzeit können die Hilfskräfte nicht gut arbeiten. So können im Moment nur mit Hilfe von Planen provisorische Unterstände errichtet werden. Ich habe daher bereits veranlassen können, dass ausreichend Planen von Kathmandu aus nach Khiraule gebracht werden. Wegen des unwegsamen Geländes erfolgt dies über einige Streckenabschnitte mit Trägern zu Fuß. Angesichts des enormen Ausmaßes der Katastrophe werden wir uns bei den weiteren Hilfsmaßnahmen zur Vermeidung von Doppelungen mit den anderen vor Ort tätigen nationalen und internationalen Hilfsorganisationen abstimmen.

 

Einzelne Beträge aus den bisher angesammelten Spenden werden ab jetzt vor Ort direkt von der Dorfgemeinschaft immer nach Abstimmung untereinander und mit Nachweis für die jeweils drängendsten Maßnahmen verwendet. Mit den dortigen Familienangehörigen und Anwohnern stehe ich und meine Familie in diesem Zusammenhang kontinuierlich im Kontakt, soweit die stark beschädigte technische Infrastruktur dies zulässt. Dabei verfolgen wir zur Zeit von Bonn aus nun täglich die Entwicklung vor Ort und werden alle Spender und Interessierte weiterhin gerne mit Kurzberichten über den Fortschritt vor Ort informiert halten.

 

Bonn, im Juni 2015

Namgel Sherpa

Die Zeit direkt nach dem Erdbeben (März 2015)

Einige Mitglieder unseres Vereins und Vereinsfreunde reisen im März unter der Leitung von Namgel Sherpa nach Nepal in die Solukhumbu Region.Vor Ort werden sie sich ein Bild der Situation verschaffen, sich mit Einheimischen aus den betroffenen Gebieten, in denen sich die Nepalhilfe Bonn engagiert, treffen und mit vielen Eindrücken und Ideen für weitere Projekte zurückkehren. Nach der Reise erwartet Sie unser Reisebericht in der Berichtekiste :-). 

 

Und noch eine erfreuliche Neuigkeit - Seit Februar 2016 bildet unser Partner ECO Himal vor Ort Dorfbewohner aus Khiraule in einem 3 monatigen Ausbildungsprogramm zum Maurer (2 Pers.),Schreiner (1 Pers.) und Installateur (1 Pers.) aus.

 

Und - von der Regierung gab es als Nothilfe für jeden Haushalt zwischen 1500,- NPR  und 7000,- NPR als Winterhilfe und für den Wiederaufbau wird es bald 200000,- NPR, gestaffelt in drei Auszahlungen geben.

Nach den verheerenden Erdbeben in Nepal am 25. April und 12. Mai 2015 ist das Ausmaß der Katastrophe

deutlich sichtbar. Es gab bisher über 500 registrierte Nachbeben und die Erde bebt noch immer.  

 

Das Leben von über 9.000 Menschen wurde ausgelöscht und es gab mehr als 22.000 Verletzte. 3.000.000 Menschen sind obdachlos.

Zudem wurden min. 600.000 Häuser, einschließlich Schulen, Klöster und Infrastruktur, wie Straßen, Wege, Brücken, Stromnetze u.w. zerstört.

Der Monsun in diesem Jahr fällt besonders heftig aus. Er bringt sehr viel Regen und verursacht Erdrutsche, Schlammlawinen und Überflutungen.

Die Gletscherseen, die sich oberhalb der Dörfer auf rund  5800 Meter befinden sind übergelaufen. Gemeinden und Dorfbewohner befürchten gewaltige Schlammlawinen, die ihre Dörfer und Äcker gefährden. Auch sind bereits mehrere Menschen durch Schlammlawinen ums Leben gekommen.